Die Hansestadt versinkt im Gewaltchaos! Messergewalt mit Schwerverletzten, Angriffe auf Polizisten, ein homophober Angriff aus einer arabischen Gruppe heraus, Schusswaffen und ein brutaler Überfall auf eine Seniorin prägten die vergangenen Tage. Erneut zeigte sich dabei eine erschreckende Bandbreite an Gewalt im Bremer Stadtgebiet. Ob auf offener Straße, in der Innenstadt oder in den eigenen vier Wänden – die Polizei musste innerhalb weniger Tage immer wieder zu schweren Gewaltdelikten ausrücken und wurde sogar selbst Opfer linksextremer Angriffe. Die neue Gewaltwoche gibt einen Überblick über die bekannt gewordenen Fälle.
Dienstag, 29. September – Jugendliche verletzten Obdachlose mit Böllern
Am Dienstagvormittag attackierten drei Jugendliche eine 56 Jahre alte Obdachlose auf der Bürgerweide. Die Frau schlief auf einem Betonquader, als die Jugendlichen sie umringten. Nach bisherigen Erkenntnissen legten sie mehrere Silvesterböller auf der Frau ab und entzündeten diese.
Die 56-Jährige erlitt dadurch leichte Brandverletzungen. Anschließend soll das Trio mit einem Linienbus in Richtung Innenstadt geflüchtet sein. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ohne Erfolg.
Die drei Jugendlichen wurden als etwa zwölf bis 14 Jahre alt und zwischen 160 und 170 Zentimeter groß beschrieben. Weitere Personenmerkmale wurden nicht veröffentlicht. Die Polizei ermittelte wegen gefährlicher Körperverletzung.
Donnerstag, 1. Oktober – 49-Jähriger bewusstlos geschlagen und ausgeraubt
Am Donnerstagabend überfielen zwei bislang unbekannte Männer einen 49-Jährigen auf dessen Nachhauseweg in Findorff. Gegen 19:30 Uhr näherten sich die Täter dem Mann im Bereich Münchener Straße/Kastanienstraße. Einer der Männer griff ihn an und schlug ihn mit der Faust nieder.
Zusätzlich setzten die Täter Reizgas gegen den 49-Jährigen ein. Der Mann verlor infolge des Angriffs das Bewusstsein. Während er bewusstlos war, entwendeten die Täter Bargeld, Personaldokumente, ein Smartphone sowie die Schlüssel eines Autos. Anschließend flüchteten die beiden Männer in unbekannte Richtung. Eine nähere Täterbeschreibung lag nicht vor.
Donnerstag, 1. Oktober – 33-Jähriger nach Messerverletzungen notoperiert
Am Donnerstagabend kam es gegen 21:20 Uhr in einem Mehrparteienhaus am Buntentorsteinweg zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen einem 26-Jährigen und seinem 33 Jahre alten Nachbarn. Dabei verletzten sich beide Männer mit einem Messer.
Der 33-Jährige erlitt mehrere Schnitt- und Stichverletzungen. Aufgrund des Verletzungsbildes bestand Lebensgefahr. Er wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, sofort operiert und anschließend auf der Intensivstation behandelt.
Den ebenfalls beteiligten 26-Jährigen nahmen Polizisten in seiner Wohnung fest, nachdem sie sich Zugang verschafft hatten. Auch er hatte eine tiefere Schnittwunde am Arm erlitten und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts auf. Die Hintergründe waren zunächst unklar.
Freitag, 2. Oktober – 63-Jähriger bedrohte Barfrau mit Machete
In der Nacht zu Freitag musste die Polizei gegen 1:55 Uhr zu einer Bar an der Woltmershauser Straße ausrücken. Ein 63-Jähriger hatte dort randaliert. Kurz bevor der Mann das Lokal betrat, hatte die Mitarbeiterin draußen Knallgeräusche wahrgenommen, die sie zunächst nicht zuordnen konnte.
Der 63-Jährige ging zur Theke und verlangte ein Getränk. Da die Mitarbeiterin gerade schließen wollte und keine Bestellungen mehr annahm, zog der Mann eine Machete. Er schlug damit dreimal auf den Tresen und bedrohte die Barfrau. Anschließend flüchtete er.
Vor dem Lokal fanden Polizisten Patronenhülsen und eine Schusswaffe. Zudem entdeckten sie Einschusslöcher in der Hauswand. Der 63-Jährige konnte schnell als Tatverdächtiger identifiziert werden. Ob er auch für die Einschusslöcher verantwortlich war, war Gegenstand der Ermittlungen.
Samstag, 3. Oktober – Homosexuelles Paar aus Gruppe heraus angegriffen
Am Samstagabend wurden zwei 29 und 33 Jahre alte Männer in der Bremer Innenstadt angegriffen. Das Paar hatte gemeinsam die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit besucht und befand sich anschließend auf dem Nachhauseweg durch die Obern- und Sögestraße. Dort begegnete ihnen eine größere Gruppe.
Mehrere junge Männer pöbelten die beiden lautstark an und riefen ihnen laut Polizei unvermittelt homophobe Beleidigungen in arabischer Sprache zu. Als der 29-Jährige sein Handy herausholte, um den Vorfall zu dokumentieren, schlugen mehrere Personen aus der Gruppe mit Fäusten auf das Paar ein.
Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen zu Fuß. Der 29-Jährige wurde von Rettungskräften erstversorgt und anschließend ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Die Polizei fertigte unter anderem Strafanzeigen wegen verhetzender Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelte.
Samstag, 3. Oktober – Vier Polizisten bei linksextremen Ausschreitungen verletzt
Am Samstag kam es am Rande der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zu gewaltsamen Zwischenfällen. Bei einem angemeldeten Aufzug unter dem Motto „Protest gegen Militarismus und Kriegstreiberei“ verbrannten vermummte Personen eine Deutschlandflagge.
Bei den anschließenden polizeilichen Maßnahmen wurden Einsatzkräfte unter anderem mit Fahnenstangen angegriffen. Vier Polizisten wurden bei der linksradikalen Krawalle verletzt. Die Polizei löste die Versammlung auf, nahm Tatverdächtige fest und sprach Platzverweise aus. Die weiteren Ermittlungen, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, dauerten an.
Sonntag, 4. Oktober – 77-Jährige im eigenen Haus gefesselt und mit Messer bedroht
In der Nacht zu Sonntag drangen gegen 1:40 Uhr drei bislang unbekannte Männer in das Wohnhaus einer 77-Jährigen in Blumenthal ein. Das Trio hebelte die Eingangstür der Doppelhaushälfte am Dillenkamp auf und riss die Seniorin aus dem Schlaf.
Die maskierten Eindringlinge bedrohten die Frau mit einem Messer, fesselten sie mit Kabelbindern und verklebten ihren Mund mit Paketband. Anschließend durchsuchten die Täter sämtliche Räume sowie einen Tresor. Schließlich flüchteten sie ohne Beute in Richtung der angrenzenden Bahnschienen.
Die 77-Jährige konnte sich selbstständig befreien und den Notruf wählen. Sie blieb unverletzt. Die Täter waren maskiert und trugen Handschuhe sowie dunkle Kleidung. Einer hatte einen schwarzen Stoffbeutel dabei. Eine umgehend eingeleitete Fahndung verlief ohne Erfolg.
Sonntag, 4. Oktober – 45-Jähriger mit Schusswaffe bedroht und mit Schlagstock geschlagen
Am Sonntagabend überfielen zwei maskierte Männer gegen 20:35 Uhr einen 45-Jährigen in der Kirchhofstraße in Vegesack. Die Täter stellten sich dem Mann in den Weg und forderten ihn auf, Geld und Mobiltelefon herauszugeben.
Als der 45-Jährige sich weigerte, schlug ihm einer der Täter mit einem Schlagstock auf den Kopf. Währenddessen hielt der zweite Täter eine Schusswaffe in der Hand. Als sich Passanten näherten, flüchteten die beiden Männer ohne Beute in Richtung Löhstraße.
Der 45-Jährige erlitt unter anderem Platzwunden und wurde zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden Täter wurden als etwa 185 Zentimeter groß und schwarz gekleidet beschrieben. Auffällig war eine Maske, die einer Maske aus der Serie „Haus des Geldes“ nachempfunden war.
