Auch in der vergangenen Woche kam Bremen nicht zur Ruhe! Ein brutaler Angriff auf einen Spaziergänger, ein sexueller Übergriff auf eine Radfahrerin, rassistische Beleidigungen gegen Kinder und eine Glasflaschenattacke auf einen couragierten Helfer: Erneut musste die Polizei zu zahlreichen Gewaltvorfällen ausrücken. Selbst ein Wohnhaus wurde mit Stahlkugeln beschossen. Die Fälle zeigten, wie unterschiedlich die Schauplätze der Gewalt waren – vom Friedhof über die Straßenbahn bis hin zum Nachtleben im Steintor. Die neue Gewaltwoche gibt einen Überblick über die bekannt gewordenen Vorfälle vom 5. bis 11. Oktober.

Montag, 5. Oktober – 45-Jähriger auf Friedhof brutal zusammengeschlagen

Am Montagmorgen griff ein 35-Jähriger gegen 9:50 Uhr einen 45 Jahre alten Mann auf dem Riensberger Friedhof in Schwachhausen an. Der Spaziergänger telefonierte gerade per Video mit Kollegen, als der Angreifer plötzlich vor ihm stand und ihn aufforderte, wegzugehen.

Unvermittelt schlug der 35-Jährige auf den Mann ein, sodass dieser zu Boden ging. Anschließend trat der Angreifer mehrfach gegen seinen Kopf, entriss ihm das Mobiltelefon und warf es in einen See. Der 45-Jährige erlitt Abschürfungen und Prellungen und musste zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Polizei stellte den Tatverdächtigen wenig später in der Lilienthaler Heerstraße. Nach einer Begutachtung wurde er zwangsweise in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Dienstag, 6. Oktober – 30-jährige Radfahrerin sexuell angegriffen

Am Dienstagnachmittag wurde eine 30 Jahre alte Frau gegen 17:45 Uhr auf einem Kiesweg an den Bahngleisen in Mahndorf Opfer eines sexuellen Übergriffs. Die Frau war mit ihrem Fahrrad unterwegs, als sie hinter einer Bahnüberführung einen Mann am Boden liegen sah. Weil sie vermutete, dass dieser Hilfe benötigte, sprach sie ihn an.

Daraufhin sprang der Unbekannte auf, stieß die Frau in ein angrenzendes Gebüsch und nahm dort sexuelle Handlungen an ihr vor. Erst als sich eine weitere Fahrradfahrerin näherte, ließ der Täter von seinem Opfer ab und flüchtete entlang der Bahngleise in Richtung Bahnhof Mahndorf.

Der Gesuchte wurde als etwa 35 Jahre alt, rund 190 Zentimeter groß und kräftig beschrieben. Laut Polizeibeschreibung war er Schwarz, hatte ein rundes Gesicht, eine breite Nase und volle Lippen. Er trug einen schwarzen Kapuzenpullover, eine weite dunkle Hose sowie auffällige knöchelhohe Sneaker mit neonoranger Sohle und neonorangenen Applikationen. Sein Erscheinungsbild wurde als gepflegt beschrieben.

Donnerstag, 8. Oktober – Unbekannte beschossen Wohnhaus mit Stahlkugeln

Am Donnerstagabend beschossen bislang unbekannte Täter gegen 22:05 Uhr ein Wohnhaus in der Emmastraße in Schwachhausen mit Stahlkugeln. Ein 57-jähriger Bewohner hörte in seiner Wohnung plötzlich ein Geräusch, als etwas gegen seine Fensterscheibe schlug.

Als der Mann nachsah, bemerkte er eine Beschädigung an der äußeren Scheibe seiner Doppelverglasung und alarmierte die Polizei. Einsatzkräfte fanden vor dem Gebäude mehrere Stahlkugeln und sicherten Spuren. Eine erste Fahndung nach den Tätern blieb erfolglos.

Der 57-Jährige blieb unverletzt. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen und prüfte unter anderem, wie die Stahlkugeln gegen die Fensterscheibe geschossen worden waren. Eine Täterbeschreibung lag nicht vor.

Freitag, 9. Oktober – Hochzeitskorso drängte Radfahrerin von der Straße

Am Freitagnachmittag wurde eine 35-jährige Radfahrerin gegen 17:15 Uhr in der Bremer Neustadt durch einen Hochzeitskorso zu Fall gebracht. Die Frau fuhr auf der Pappelstraße, als sich ihr ein Korso aus etwa zehn bis 15 Fahrzeugen näherte.

Ein orangefarbener Lamborghini fuhr der Radfahrerin bis auf wenige Zentimeter auf. Mehrere Fahrer hupten und ließen ihre Motoren aufheulen. Als die Fahrzeuge die Frau im Bereich der Rüdesheimer Straße überholten, hielt ein schwarzer Mercedes CLS einen derart geringen Seitenabstand, dass die 35-Jährige abgedrängt wurde und stürzte.

Die Frau verletzte sich bei dem Sturz am Arm. Im Zuge der Fahndung konnte die Polizei zahlreiche Fahrzeuge aus dem Hochzeitskorso antreffen. Die Ermittlungen zu dem Lamborghini und dem Mercedes CLS dauerten an.

Samstag, 10. Oktober – 41-Jähriger beleidigte Kinder rassistisch und schlug Helfer mit Glasflasche

Am Samstagabend beleidigte ein 41 Jahre alter Mann gegen 18:50 Uhr drei Mädchen in einer Straßenbahn der Linie 10 in Gröpelingen rassistisch. Zudem äußerte er sich homophob. Ein 25-jähriger Fahrgast bemerkte die Situation, stellte sich schützend zwischen die Kinder und den Mann und forderte ihn auf, damit aufzuhören.

Als die Mädchen am Depot Gröpelingen ausstiegen und in einen Bus wechselten, versuchte der 41-Jährige, ihnen zu folgen. Der 25-Jährige ging erneut dazwischen und zog den Mann aus dem Bus. Daraufhin griff der Angreifer ihn mit einer Glasflasche an und schlug ihm unter anderem auf den Kopf. Der Helfer wurde verletzt, konnte den Angreifer jedoch zu Boden bringen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Die Polizei suchte anschließend nach den drei Mädchen, die zwischen acht und 13 Jahre alt gewesen sein sollen. Sie hatten dunkle Hautfarbe und lange geflochtene Haare. Eines der Mädchen trug eine blaue Brille.

Sonntag, 11. Oktober – Pfefferspray in Diskothek: Fünf Verletzte

Am frühen Sonntagmorgen kam es gegen 4:50 Uhr in einer Diskothek im Bremer Steintor zu einem Streit zwischen zwei Frauen. Im Verlauf der Auseinandersetzung versprühte eine 32-Jährige Pfefferspray und löste damit einen größeren Polizeieinsatz aus.

Durch das Reizgas mussten etwa 50 bis 70 Personen die Diskothek verlassen. Fünf Menschen erlitten Atemwegsreizungen, eine Frau wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Als Polizisten am Einsatzort eintrafen, wurde zudem eines ihrer Fahrzeuge mit Flaschen beworfen. Weitere Einsatzkräfte rückten an und konnten die Lage schnell beruhigen. Die Straße „Vor dem Steintor“ wurde während der polizeilichen Maßnahmen für den Verkehr gesperrt. Gegen die 32-Jährige wurde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Zusammengestellt durch den Pressesprecher der BIW-Fraktion, Christopher Albrecht.

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